Geschichte der Fischerei

Die Fischerei gewinnt heute immer mehr an Bedeutung, einerseits, weil der Nährwert des Fischfleisches immer besser erkannt wird, andererseits, weil die Sportfischerei je länger je mehr Liebhaber findet.

Vier Prozent unserer Landesoberfläche, d.h. rund 1550 km2, entfallen auf die Gewässer. Davon sind 1350 km2 Seen und rund 200 km2 fliessende Gewässer. Diese 200 km2 entsprechen ungefähr 33 000 Kilometern.

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick lässt uns feststellen, dass die Fischerei stark beeinflusst wurde von politischen und religiösen Umwälzungen.

Zur Zeit der Römer galt das Fischfleisch als Delikatesse. Der Fisch war das Symbol für Schmuck. Man fütterte den Fischen sogar Sklavenfleisch. Für reiche Römer war das Fischen die edle Sportart. Die Germanen frönten der Jagd. Ein stolzer Germane liess sich nicht zum Fischen verleiten.

Das Christentum brachte im 7. Jahrhundert wieder eine Wende. Die Fischerei gewann erneut an Bedeutung. Die Glaubensboten, u.a. auch Gallus, waren eifrige Fischer. Alle Klöster entstanden sogar in der Nähe fischreicher Gewässer. So schuf man mit der Zeit Fischereigesetze. Karl der Grosse liess Fischteiche anlegen. Es wurden Fischereirechte vergeben. Die Nachfrage nach solchen stieg ständig. Ähnlich ist es heute, nur sind die Gesetzestexte anders geworden. Damals hiess z.B. noch: Soweit Schilfrohre stehen...Bereits im Jahre 1534 erliess der Abt von St. Gallen eine mit 14 Artikeln versehene Verordnung über den Fischfang im Bodensee.

Das Kloster Einsiedeln besass Fischereirechte am Zürichsee. Das Fischfleisch wurde damals hoch eingeschätzt.

Eine Bestimmung lautete z.B.: Der Angehörige eines Kranken und der Mann einer Gebärenden ist berechtigt, für den Gebrauch des Kranken zu fischen. Behörden bezogen einen Teil ihres Lohnes in Form von Fischen und Wein. So entstanden auch die Fischereizünfte.

Die Reformation brachte erneut eine Wende. Die Fasttage, an denen nur Fischfleisch gegessen werden durfte, wurden verboten. Plötzlich kam das Fasten in Verruf. So ist es einleuchtend, dass die Fischerei wieder verkümmerte.

Heute präsentiert sich die Fischerei als schönstes Hobby der Welt.